Die HundeschuleOK
„Hunde sind intelligent!„
Es sollte sich ja mittlerweile rumgesprochen haben, dass „Sitz-Platz-Fuß“ und Co. auf einem umzäunten Hundeplatz fernab des pulsierenden Lebens einer Stadt kaum Auswirkungen auf das Hundeverhalten in der realen Welt haben.
Der Hund lernt in einer reizarmen Umgebung verschiedene Tricks und das kann durchaus Spaß machen.
Gehen wir dann mit unserem Hund spazieren in belebteren Gegenden mit anderen Hunden, Kindern und Fahrradfahrern, wundern wir uns über unseren Hund, der die ganzen erlernten Tricks scheinbar vergessen hat.
Wir sind verzweifelt und frustriert und verstehen die Welt nicht mehr.
Warum ist das so?
Der Hund generalisiert nicht wie wir Menschen.
Er lernt z. B. auf dem Hundeplatz brav neben seinem Menschen zu warten, wenn andere Hund-Mensch-Teams vorbeigehen.
Aber nur auf dem Hundeplatz!
In einer reizintensiven Gegend müssen wir wieder von Neuem üben.
Was bedeutet das für uns?
Ich nehme den Hund überall mit hin, gerade zum Einkaufen und in Geschäfte, in denen er willkommen ist.
Zwischenzeitlich machen wir Rast in einem Café und können von dort den Trubel beobachten.
Dabei ist unser Hund an unserer Seite und wir können beruhigend unsere Hand an seinen Bauch legen, wenn aufregende Sachen in unserer Nähe passieren, die ihn verunsichern könnten.
Bei uns in Berlin, einer sehr hundefreundlichen Stadt, gibt es viele Möglichkeiten, mit dem Hund das gemeinsame Unterwegssein zu trainieren.
Wenn wir abends uns mit Freunden treffen, ist unser Hund dabei.
Wenn wir in ein Restaurant essen gehen, ist unser Hund dabei.
Wenn wir in die Stadt shoppen gehen, ist unser Hund dabei.
Ich fahre mit ihm auch einmal Bus, U- und S-Bahn.
Wir besuchen Gartencenter und Baumärkte.
Eine besondere Belohnung für unseren Hund ist das Hundegeschäft, wo es herrlich duftet und es nach dem Besuch dann natürlich auch ein Leckerchen gibt.
Von Anfang an!
Dann wird der Hund zu unserem Familienmitglied und zum FamilienHund!
So lernt unser Hund die Menschenwelt mit ihren vielen Regeln kennen, die nichts, aber auch gar nichts mit der Hundewelt und ihren Regeln zu tun hat.
Langsam wird das unsichtbare Band des Vertrauens und der Zuneigung immer fester.
Jetzt entsteht die viel beschworene Bindung.
Es gibt nichts Schöneres für unseren Hund als an unserer Seite durchs Leben zu gehen.
Wie eine richtige Familie.
Wie eine Menschen-Familie mit ihrem Familien-Hund!
Hundebegnungen
„Hunde sind soziale Tiere!“
In der freien Wildbahn hat jedes Rudel ein großes Revier für sich und hält sich von anderen Rudeln fern.
In unserer Welt treffen unsere Hunde auf engem Raum auf andere Rudeln und sollen sich mit allen fremden Hunden vertragen.
Das schaffen ja noch nicht einmal wir Menschen mit unserem Verstand!
Wie ist dieses Dilemma zu lösen?
Leine ist toll!ok
„Hunde sind unsere Verwandten im Pelz!““
Wozu ist die Leine gut?
Sie verbindet zwei Wesen, die sich mögen und verstehen, so wie das Händehalten bei Menschen.
Gehen wir mit unserem FamilienHund an der Leine spazieren, so ist das genauso wie Händehalten.
Wir zerren und ziehen nicht an der Leine (an der Hand) und rucken nicht plötzlich an der Leine und dem Hals, (so wie wir auch nicht plötzlich an unserem Partner rucken und ihn womöglich an der Schulter verletzen).
Wie gelingt uns das entspannte Spazierengehen mit unserem Hund an der Leine?
Wir kommunizieren ganz einfach mit unserem FamilienHund!
Wie geht das ?
Entgegen vielen Meinungen von Hundefachleuten bin ich dafür, dass unser Hund am Anfang unseres Spaziergangs erst mal ein paar Minuten „Freilauf“ bekommt, um die Spannung, die sich vor dem Spaziergang aufgestaut hat, abzubauen.
Auch um Pipi zu machen und um andere Tierspuren zu riechen.
Dann lasse ich meinen Hund an der lockeren und langen Leine (3-5 Meter) laufen, damit er seine Umwelt bewusst wahrnehmen kann.
Wenn er entspannt ist, kann ich ihn zu mir rufen oder ich gehe zu meinem Hund, lasse ihn z. B. sitzen und wir warten gemeinsam, bis unser Hund sich auf uns konzentrieren kann.
Dann nehmen wir die Leine kurz und sagen: „Sammy, Fuß!“
Jetzt gehen wir mit ihm eine kurze Strecke, möglichst im Slalom oder Kreis, lassen ihn wieder sitzen und sagen seinen Namen mit: Lauf!
Wie schaffe ich es, dass er nicht zieht?
Ich bleibe immer stehen, wenn mein Hund zieht, rufe ihn zu mir und gehe dann rückwärts oder einen Kreis usw.
Eine wichtige Regel!
Immer, wenn ich etwas an oder mit meinem Hund mache, sage ich ihm das vorher!
Ich lege das Halsband an und sage: „Sammy, Halsband an!“
Ich nehme die Leine ab und sage: „Sammy, Leine ab!“
Ich nehme meinen auf den Arm und sage: „Auf den Arm!“
Genauso kann ich Worte etablieren , damit sich alle auf dem Spaziergang verstehen.
Wie geht das?
Ich sage z. B.:
„Sammy, warten!“ oder „stopp!“ – Wir bleiben alle stehen.
„Sammy, weiter!“ oder „voran!“ – Wir gehen alle weiter.
„Sammy, an die Seite!“ – Wir weichen alle zur Seite aus, wenn ein anderes Mensch-Hund-Team oder Kinder und Rollerfahrer oder andere Menschen uns entgegen kommen.
Und ein Wort ist auch noch wichtig, damit unser Hund an unsere Seite kommt:
„Fuß, hierher oder zu mir!“ – Unser Hund kommt dicht zu mir.
Diese Worte reichen aus, um mit unserem Hund, unserem FamilienHund gut durchs Leben zu kommen.
Ich habe oben das Wort kommunizieren und nicht sprechen benutzt, weil gute Mensch-Hund-Teams wenig Worte brauchen, sondern sich über die Körpersprache verständigen.
Der FamilienHund versteht seinen FamilienMenschen auch ohne Worte!